Bogensehne richtig pflegen

Die Bogensehne gehört zu den am stärksten beanspruchten Teilen des Bogens. Bei jedem Schuss wird sie hohen Belastungen ausgesetzt. Mit der richtigen Pflege lässt sich ihre Lebensdauer verlängern und die Sehne bleibt zuverlässig und leistungsfähig.

Sehne regelmäßig kontrollieren

Vor dem Schießen sollte die Sehne kurz kontrolliert werden. Achtet dabei insbesondere auf ausgefranste oder beschädigte Fasern sowie auf Beschädigungen an den Sehnenöhrchen und der Mittenwicklung.

Sehnenwachs pflegt eine intakte Sehne – es repariert keine beschädigten Fasern. Sind einzelne Fasern gerissen oder die Sehne deutlich beschädigt, sollte sie nicht einfach weitergewachst und weitergeschossen werden.

Weniger Wachs ist mehr

Zum Pflegen genügt eine dünne Schicht geeignetes Sehnenwachs. Die Sehne muss nicht dick mit Wachs bedeckt werden.

Das Wachs soll sich gleichmäßig um die Fasern verteilen und die Oberfläche schützen. Zu viel Wachs bringt dagegen keinen zusätzlichen Vorteil und kann sogar dazu führen, dass sich Schmutz stärker an der Sehne festsetzt.

Beim Wachsen nur in eine Richtung arbeiten

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Art, wie das Wachs eingearbeitet wird.

Die Sehne sollte immer entlang ihrer Faserrichtung bearbeitet werden. Das Wachs wird dabei möglichst in nur eine Richtung über die Sehne gestrichen bzw. eingearbeitet.

Vermeidet kräftiges Hin- und Herreiben. Durch die wechselnde Reibrichtung können die Fasern unnötig bewegt und aufgeraut werden. Besonders bei modernen Hochleistungsfasern wie Fast Flight und Dyneema ist eine schonende Behandlung sinnvoll.

Merksatz:
Wenig Wachs – in eine Richtung arbeiten – nicht kräftig hin und her reiben.

Keine starke Hitze verwenden

Durch die Reibung beim Einarbeiten des Wachses entsteht Wärme. Eine gewisse Erwärmung kann dabei helfen, das Wachs in die äußeren Fasern einzuarbeiten.

Die Sehne sollte dabei jedoch niemals stark erhitzt werden.

Verwendet deshalb keine starken Wärmequellen wie Feuerzeuge, Heißluftgeräte oder ähnliche Hilfsmittel. Auch beim Einreiben selbst sollte nicht möglichst schnell und mit viel Druck gearbeitet werden.

Besser ist eine ruhige, kontrollierte Bewegung mit wenig Druck. So wird das Wachs eingearbeitet, ohne die Sehne unnötig zu belasten.

Die richtige Pflege in vier Schritten

  1. Kontrollieren: Sehne auf ausgefranste oder beschädigte Fasern prüfen.
  2. Wenig Wachs auftragen: Eine dünne Schicht ist ausreichend.
  3. In eine Richtung einarbeiten: Entlang der Sehne und nicht ständig hin und her.
  4. Nicht überhitzen: Starke Hitze unbedingt vermeiden.

Wichtig

Eine gepflegte Sehne ist nicht automatisch eine sichere Sehne. Bei sichtbaren Schäden, gebrochenen Fasern oder beschädigten Sehnenöhrchen sollte die Sehne ausgetauscht werden.

Auch die Bereiche an den Wurfarmenden sollten regelmäßig kontrolliert werden. Scharfe Kanten oder andere Beschädigungen können die Sehnenöhrchen beschädigen und zu einem vorzeitigen Sehnenriss führen.

Eine gut gepflegte und regelmäßig kontrollierte Sehne sorgt nicht nur für eine längere Lebensdauer, sondern auch für mehr Sicherheit beim Training und Wettkampf.